Nachtrag

Dienstag, 19.06.2012

Wir haben jetzt ein paar Tage so richtig gefaulenzt, hatten nicht mal Lust zum Strand zu gehen, Sonne hatten wir jeden Tag während der Tour reichlich und so war ein Schattenplatz genau das Richtige. Unsere Hände finden langsam die Kraft wieder und auch sonst geht es uns gut.

Obwohl wir körperlich oft „platt“ waren, gab es nie den Moment, an dem wir aufgeben wollten. Wir haben hautnah erlebt, was Motivation und das dazugehörige Adrenalin bewirken können 🙂

Schade ist wirklich, dass wir so Vieles nicht sehen konnten, weil uns die nötige Zeit gefehlt hat, aber wir haben uns manches schon „vorgemerkt“.

Am Sonntag, haben wir direkt vor unserer Haustür erlebt, was alles hätte passieren können. Ein Rennradfahrer kollidierte im Kreisverkehr mit einem PKW. Er wurde von einem Rettungswagen abtransportiert. Plötzlich wurde uns klar, wieviel Schutzengel uns während der gesamten Reise begleitet haben und wie richtig unsere Entscheidung war, den knapp 400km langen  gefährlichsten Teil der spanische Küstenstraße mit der Bahn zurück zu legen.

Unsere Eindrücke sind so vielfältig, dass wir uns nicht an jeden einzelnen Tag, jeden Streckenteil oder jede Stadt erinnern können. Deshalb sind wir froh, dass wir unsere Aufzeichnungen und Fotos haben. Sie werden uns helfen, das Erlebte reflektieren zu können und mit etwas Abstand die Erinnerung wieder wach zu rufen.

Ein großes Abenteuer und ein Lebenstraum sind in Erfüllung gegangen und werden sicher Spuren hinterlassen!

Wir bedanken uns bei ALLEN die uns dabei begleitet und motiviert haben, und uns mit  Nachrichten von zu Hause versorgt haben. Uns hat immer wieder berührt und beeindruckt, dass uns eine so große Fangemeinde begleitet hat!

Bis zum Wiedersehen! Wir freuen uns!

 

Tagesetappen – die fünfte Woche

Donnerstag, 14.06.2012

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Als wir aufwachten, war es noch nicht hell. Mit der Abfahrt mussten wir deshalb bis 7:00 Uhr warten.

Das Hinterrad hielt trotz Speichenbruch, aber Siggis Sattel brach ab. Ein Spannriemen musste ihn dann auf den letzten 40km fest halten…..(ich wollte nicht mit Siggi tauschen, das war nicht gerade ein bequemes Sitzen…..)

Nach 30 km hatten wir in Almunecar die 3000 km voll. Aber -das Beste zum Schluss- der letzte Marathon ging noch ordentlich bergauf und bergab – und das bei strammen Gegenwind. In Nerja machen wir noch eine letzte Pause, hier ist es schon ein bisschen „wie zu Hause“, diese Strecke sind wir schon mit dem Fahrrad abgefahren. Jetzt heisst es alles geniessen, alles aufsaugen und dann langsam auf der Zielgeraden ausrollen.

Um 13:00 Uhr erreichten wir das Ortschild von Caleta und natürlich gibt es ein Foto!

Caleta

Caleta

Nach genau 3042 km ist die Haustür vom Edificio Isis erreicht.

Wir gönnen uns noch einen letzten Hügel und fahren zu Waltraud und Günter, dort werden wir begeistert empfangen und kurze Zeit später sitzen wir gemütlich beim Bier, hmmm wie das zischt……

Wir hörten Gesang von der Straße. Das waren Eva und Wolfgang, die extra Urlaub genommen hatten, um uns hier mit einem Transparent zu empfangen.

Angekommen!

Angekommen!

Als wir nach Hause kommen, wartet eine weitere Überraschung auf uns, an der Wohnungstür hängt ein riesiger gebundener Kranz, ‚Champion‘ stand darauf. Und drinnen standen Sekt und zwei Gläser. Wer das wohl war?

Wir können das alles noch nicht wirklich fassen. Geschafft! Endlich? Oder doch eher, schon da, so einfach geht dass?

Jetzt heißt es hier „ankommen“, auspacken, Morgen nicht wieder einpacken, mal richtig Wäsche waschen 😉 und all die anderen Dinge wieder tun, die zu einem „normalen“ Alltag gehören. Es ist alles ziemlich unwirklich!

Mittwoch, 13.06.2012

Das Wetter wie immer – blauer Himmel, Sonnenschein!

Frühstück mit Meerblick und sogar ein Gläschen Sekt, was soll da noch schief gehen?

Landschaft unter Plastik

Landschaft unter Plastik

Wir radeln durch die plastikverhüllte Landschaft von Almeria, da kann einem alles vergehen, gut dass es bald wieder Tomaten aus LiLos Garten gibt….

Wir sehen eine für unsere Verhältnisse „riesige“ Schlange über die Straße huschen, brrrr……In Almerimar machen wir Pause, jetzt lassen wir das flache Land bald endgültig hinter uns, ab Adra wird es wieder hügelig. Mein Rad hat seit gestern Nachmittag wieder einen Speichenbruch und eine „8“, nicht so schlimm, es läuft, aber keine der drei angefahrenen Werkstätten hatte die passende Speiche, also Prinzip Hoffnung, das es bis zum Ende hält. Hätte ich bloß bei Decathlon in St. Javier  ein paar Speichen eingekauft……

Bei einer Pause werde ich von der Besitzerin des Restaurants massiert, was für ein Service! Niedlich ist ihr spanisch zu hören, sie ist Thailänderin, spanisch ohne „r“. Die Adressen sind ausgetauscht und die Fotos sind versprochen.

Massage

Massage

Nach dieser Pause sind wir gut motiviert die restlichen 30 km nach Calahonda auch noch zu schaffen. Am Ende ist es aber wieder ziemlich hart, 8 km fast nur bergan, schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf Morgen.

Als wir um 18.30 Uhr Calahonda nach 105 km erreichen, finden wir ein kleines hübsches Hotel direkt am Strand. Wir packen noch einmal alles aus, Brettchen, Korkenzieher, Bundeswehrbesteck, Weinglas und nehmen unser Abendbrot auf unserem Balkon ein.

Irgendwie ist heute alles ein bisschen anders, ein letztes Mal, auspacken, keine große Wäsche. Freude und Wehmut mischen sich. Morgen machen wir die 3000 km noch voll!

Vielen Dank für eure moralische Unterstützung, ihr seid großartig!

Wir melden uns wenn wir in Nerja sind, wir melden unsere Ankunft in Caleta, wir werden einen leckeren Bombay trinken 😉 und im Pool und Meer schwimmen und unsere geschundenen Muskeln verwöhnen. Seid sicher!

Dienstag, 12.06.2012

Naturschutzgebiet Cabo de Gata

Naturschutzgebiet Cabo de Gata

Nach 50 km durch den Nationalpark Cabo de Gata, mit Steigungen von bis zu 10 %, erreichen wir wieder flaches Land. In der Bucht von Almeria machen wir noch gut 40 km und landen schließlich nach 97 km in Aguadulce.

Radweg in Almeria

Radweg in Almeria

Siggi hat heute seinen Helm verloren. Die Guardia Civil hielt uns an und fragte nach seinem Helm. Als Siggi feststellte, dass er ihn verloren haben müsse, holte der Polizist ihn aus seinem Auto. Was für ein Glück!

Wir rechnen noch mit 2 Tagen Fahrt 🙂

Montag, 11.06.2012

Wir verlassen das grauselige Hotel ohne Frühstück, radeln zur Strandpromenade und frühstücken dort. Es ist jetzt schon warm…..

Nach dem Frühstück geht es eine Weile ganz entspannt auf dem Paseo Maritimo entlang, bis er direkt auf die Straße führt die wir nach Garrucha nehmen müssen.

Und weiter geht es hoch und runter, die Beine sind noch etwas matschig von Gestern. Bei Mojacar erwischen wir noch einmal relativ flache 10 km, dann geht es wieder in die Berge….jetzt ist es richtig heiß und der Wind bläst volle Pulle aus der falschen Richtung.

Wir kommen auf 179 m Höhe, Cabo de Gatar, Nijar. Oben angekommen sehen wir schon unseren auserkorenen Zielort Carboneras greifbar nah, Aber, erst mal die atemberaubende Abfahrt und dann wieder hoch…Heute finden wir ein wunderschönes Hotel mit Pool am Meer.

Hotel Dorado Carboneras

Hotel Dorado Carboneras

Heute habe ich andalusische Fahnen und Busse der andalusischen Verkehrsgesellschaft gesehne. 🙂 Wir kommen unserem Ziel näher.

Nach der Spitzenleistung von Gestern haben wir heute ganz bewusst einen „Kurztagestripp“ 😉 von 65,4 km eingelegt.  Morgen geht es up and down weiter.

Ach übrigens, den Hintern geht es jetzt gut, irgend wann kam der Tag und wir haben sie nicht mehr gespürt……..das ist also ok. Aber Berge mag ich weder beim Laufen noch beim Radeln und auch wenn der kleinste Gang es möglich macht überall hoch zu kommen, macht es einen jeden Tag auf neue ganz schön kaputt. Unsere Oberschenkel fühlen sich ein wenig aufgeblasen an und die Hände, machen uns beiden etwas Probleme, wahrscheinlich die ungewohnte Belastung. Aber es geht! Alles nicht schlimm.

Sonntag, 10.06.2012

Höhenmeter ohne Ende, Buckelpiste.

Kurzer Blick auf das total ruhige Mar Menor, dann starten wir auf einem Radweg! durchs flache Land. An Artischockenfeldern und ganz viel wildem Spargel vorbei.

Von La Union aus wird es langsam bergiger, wir stehen auf der Bergkuppe und vor uns liegt Cartagena, in seinem ganzen Ausmaß, wow, und da müssen wir durch…..

Hafen von Cartagena

Hafen von Cartagena

Wir gelangen schnell zum Hafen und sind begeistert hier ist die Symbiose zwischen Alt und Moderne gelungen. Unter anderem ist im Hafen eine riesige Holzterrasse, einfach schön.

Wir suchen den Weg durch die Sierra ans Meer, fast 20 km trampeln wir bergan bis auf 322 m Höhe, heiß ist es auch. Trocken ist es hier, fast kein Grün zu sehen, jetzt schön alles völlig verdorrt.

Wie immer folgt die rasante Abfahrt, die so steil ist, dass man sie eben auch nicht mehr wirklich genießen kann und einen grandiosen Blick auf die Landschaft vor uns gibt es natürlich auch wieder.

Abfahrt nach Isla Plana

Abfahrt nach Isla Plana

In Isla Plana angekommen sitzen wir an einem schattigen Plätzchen in einem Selbstbedienungsrestaurant mit einem Blick auf eine entzückende Kirche direkt am Strand. Wir versuchen weiter am Strand zu fahren und erwischen eine Buckelpiste über 10 km. Hat uns aber auch nichts geholfen. Am Ende des Tages mussten wir noch mal auf 395 m hoch., was für eine Schinderei, also aussichtsreiche Höhenstrecken, sind eben doch eher etwas für Motorisierte.

Totale Stille - Abfahrt nach Aguilas

Totale Stille – Abfahrt nach Aguilas

Letztendlich erreichen wir gegen 20.45 Uhr Aguilas und finden eine Unterkunft im Hotel Madrid, nach 118 km! Absolute Höchstleistung. Das Hotel auch:-(

Soviel Kilometer in der Hitze waren einfach etwas zu viel. Insgesamt haben wir jetzt 2699 km.

Ach übrigens, wie war das doch immer mit Qualität, heute haben sich die Druckknöpfe an Siggis Lenkertasche verabschiedet, die Tasche hat den Tripp also nicht überstanden, dabei war sie ganz neu. 🙁

Samstag, 09.06.2012

Wenn der Tag schon so beginnt…

Von den Hostalbesitzern ist um 8:30 Uhr nichts zu sehen, also Abfahrt und Frühstück in der nächsten Bar.

Dann fahren wir kilometerweit durch Salinen und sehen viele Flamingos, die Strecke ist flach, es existiert sogar ein superlanger neuer Radweg. Wir sind bester Dinge.

Salinen bei Santa Pola

Salinen bei Santa Pola

Aber dann: Erste Panne! Mein Rad hat einen Speichenbruch. Ich kann weiter fahren, aber eine Werkstatt tut Not. Wir machen rast um die Mittagszeit. Neben uns am Tisch sitzen zwei sportlich aussehende junge Männer, also gefragt, sie hatten einen Tipp, ein anderer Gast, drei Tische weiter hatte unser Gespräch verfolgt und einen noch besseren Tipp. Bei Decathlon werden auch Räder repariert. Unser Glück: dieser Decathlon Laden, lag nach 8k m genau an unserer Strecke. Nach dem wir noch nett mit unseren Tischnachbarn übers Laufen ( einer von ihnen läuft jedes Jahr den Marathon in Düsseldorf) und Radfahren gefachsimpelt hatten, riefen sie spontan bei dem Laden an und klärten das mit der Reparatur ab, sehr nett! Nachdem wir in San Javier angekommen waren, dauerte es eine gute Stunde und alles war wieder in bester Ordnung.

Was für ein Glück im Unglück!

Inzwischen ist es aber doch spät geworden und wir fahren noch bis zum Mar Menor nach Los Alzares. Der Kilometerzähler zeigt heute 76km.

Freitag, 08.06.2012

Berge und Bettenburgen. Heute war es richtig heiß. Wir fahren auf einer kurvigen, engen und hügeligen Straße nach Calpe. Ich erkenne nichts wieder. Dann geht es bergauf und bergab auf der N332. Wir gelangen nach Benidorm. Eine Skyline von Bettenburgen. Dieser Ort erfüllt jedes Klischee eines Spanienurlaubs. Bloß weg hier.

Bettenburgen Benidorm

Bettenburgen Benidorm

Sandkunst in Benidorm

Sandkunst in Benidorm

Wir kämpfen uns bis kurz von Alicante weiter und stärken uns vor der Durchfahrt durch die Stadt. Schließlich landen wir nach 105 km in Santa Pola in einem netten Hostel.

Wir sind müde – heute passiert gar nichts mehr.

Tagesetappen – die vierte Woche

Donnerstag, 07.06.2012

Von Null auf 210 Höhenmeter! Wir sind früh dran; können den Campingplatz aber nicht vor 8 Uhr verlassen. Während der Wartezeit unterhalten wir uns mit einem Frankfurter Ehepaar, sie sind seit 6 Wochen unterwegs und den Camino de levante gepilgert. Jetzt sind sie auf den Weg in den Campingurlaub an die Costa del Sol. Wieder fahren wir kilometerlang durch Reisfelder und Orangenplantagen. Wir können sie fast vom Rad aus pflücken. Machen wir dann auch, köstlich…….Orange direkt vom Baum. Zum 2. Frühstück erreichen wir Gandia. Eine gigantische Ansammlung von Bettenburgen. Der Strand ist schön, aber hier in der Hochsaison…….

Wir erreichen Oliva und machen mitten in der Stadt auf einer schattenspendenden Allee Pause. Kurze Zeit später auf dem Weg nach Javea, haben wir mal wieder eine Bergetappe, und was für eine.

Bergetappe nach Javea

Bergetappe nach Javea

Von Null auf 210 Meter und natürlich voll in der Mittagshitze:…belohnt werden wir am Ende immer wieder mit atemberaubenden Ausblicken, wenn wir die Kuppe erreichen. Der Weg nach Moraira ist hügelig, aber nicht mehr so schwer. Wir sind wieder am Meer. Erinnerungen kommen hoch….Cap la Nao und Penon de Ifach. Hier habe ich mit 14 Jahren meinen ersten Auslandsurlaub verbracht und erinnere mich noch gut; als ich nach Hause zurück kam habe ich gesagt: Nie mehr Spanien, lieber wieder Ostsee. Was ist daraus geworden!

Penon de Ifach Calpe

Penon de Ifach Calpe

Heute zeigt der Tacho 105 km. Wir finden ein nettes Hotel mit Pool und Zimmer mit Meerblick, hatten wir noch gar nicht. Jetzt haben wir 4 Wochen rum und fragen uns: Wo ist die Zeit geblieben?

Mittwoch, 06.06.2012

Wir sind planmäßig früh auf den Beinen . Nach einem ausgiebigen wirklich gutem Frühstück mit spanischem Schinken und Käse und erstmalig Pan con tomate y aceite, muss eine Entscheidung her. Weiter fahren, sich heute wieder den Gefahren der Schnellstraße aussetzen, oder ab in den Zug und den verbleibenden 1100 km etwas abzwacken. Es ist bewölkt und wäre optimales Radelwetter;  der Stress von Gestern sitzt uns aber noch in den Knochen.

Ab zum Bahnhof, was hören wir? Um nach Valencia zu fahren, müssen wir erst nach Barcelona zurück……..oOH NEIN! Umsonst gekämpft!

In der Bahn

In der Bahn

Also erst mal mit dem Nahverkehrszug nach Barcelona, St.Sant, zurück, eine halbe Stunde später sitzen wir im Zug nach Valencia. Wir genießen den Blick auf Berge,Meer und erste Olivenplantagen. Orangenhaine tauchen auf. Insgesamt wird das Grün etwas blasser, die Landschaft merklich karger.

Als wir um 14.15 Uhr in Valencia den Zug verlassen, brennt die Sonne vom Himmel, kurze Orientierung, dann nichts wie raus aus der Stadt. Das war allerdings nur mit einer sportlichen Einlage (Räder treppab und treppauf durch eine Unterführung) möglich.Wir finden schnell unseren Weg, landen wieder ganz kurz auf einer Schnellstraße (schon wieder!). In Valencia gibt es viele interessante Gebäude zu bestaunen, war hier Weltausstellung? Finden dann aber einen Radweg und werden entschädigt, welch ein traumhafter Strand im Südwesten von Valencia. Wir fahren kilometerlang auf dem Radweg, rechts und links von uns Wasser. Reisfelder so weit das Auge sehen kann.Hier ist Süden! Trockenheit, Staub, alles ein wenig rummelig. Momentan ist es ganz flach; so schaffen wir noch einige echte Radkilometer. 34 waren es am Ende, die zu den 400 km mit der Eisenbahn hinzu kamen.

Heute ist wieder Schlafsack angesagt, aber erst mal ein Bad im Meer. Schöner weißer Puderzuckersand, echte Panade. Es ist recht windig und eine große Gemeinde Kite-Surfer zeigt ihr Können.

In Barcelona auf dem Bahnhof haben wir ein Ehepaar getroffen; die die Tour gerade anders herum fahren wollen; also von Barcelona nach Deutschland.

Dienstag, 05.06.2012

Barcelona! Eine wirklich beeindruckende Stadt.

Barcelona

Barcelona

Wir fahren knapp 20 km vor Barcelona auf die Strandpromenade und ein Radweg (!) führt uns bis zum Ende des Hafens. Das hätten wir uns so traumhaft nie vorgestellt. Wir sind einfach begeistert und sicher, dass wir dieser Stadt mal einen längeren Besuch abstatten werden.

Rein war prima, aber raus…

Als wie endlich eine für Radfahrer befahrbare Straße gefunden haben, ist diese eigentlich auch unverantwortlich. Wir landen nach 85 km in Castelldefels.

Mal sehen, wie es weiter geht. Wir sind ja immer dicht an der Bahnlinie.

Montag, 04.06.2012

Wir haben um 8:40 Uhr alles eingepackt (nichts vergessen). Können aber nicht los, weil

die Rezeption erst um 9.Uhr öffnet! 🙁

Dann wollen wir mal eben schnell ein Paket mit den überflüssigen dicken Klamotten nach Deutschland schicken, bevor wir uns auf die heutige Bergtour begeben. Bis wir alles geregelt hatten war es nach 10 Uhr. So richtig Lust haben wir nicht….der Himmel ist grau, die Beine sind müde.

Ab Castell d Àro wird es richtig bergig, zur Belohnung haben wir Aussicht und Pinienduft. Ach Moni, sag doch Lorena wir freuen uns schon jetzt auf ihren wirklich guten café con leche, bisher hat kein Kaffee so gut geschmeckt.

Hinter Lloret de Mar sind wir endlich durch…..man war das anstrengend und auch heute haben wir wieder manchen Meter geschoben. Danach kommen wir auf der Promenade gut voran und schaffen es noch bis Calella. 71 km sind es heute, man gut, ohne Sonnenschein.

Jetzt haben wir sie also gesehen, die Ferienorte, Tossa de Mar, Lloret de Mar, gespannt waren wir schon…….aber Urlaub hier? Och nee, da haben wir schon viel Schöneres gesehen. Die Küste hat sich im Laufe des Tages sehr verändert, von Steilküste auf ganz flachen Sandstrand.

Blick auf Tossa de Mar

Blick auf Tossa de Mar

In Calella finden wir ein Hotel direkt an der Promenade und machen uns auf zum Abendessen in die Altstadt. Morgen erreichen wir Barcelona, mal sehen wie wir da nun wieder durchkommen?

Siggi ist ab heute per Handy wieder erreichbar!

Gute Nacht!

Ich träume heute bestimmt von Pinienwald und Kurven……..

Sonntag, 03.06.2012

Wir starten um 8.15 Uhr nach einem ausgiebigem Plausch mit dem Hostalbesitzer Isidro Gumpert.

Und sofort holt uns die Bergwelt wieder ein…es bleibt einfach nur schieben. Gut, dass die Sonne hinter Wolken verschwunden ist. Warm ist es auch ohne sie. Wir kommen ganz gut voran, Verkehr gibt es Sonntagmorgen auch nicht viel. Wir kommen an vielen Reisfeldern vorbei.

In Richtung Figueres wird es dann richtig flach und wir machen richtig Kilometer. Hier sitzen am Sonntagvormittag die Damen aus dem horizontalen Gewerbe auf einfachen Plastikstühlen an der Straße.

Endlich macht auch einkaufen wieder Spaß! In Frankreich war es erheblich teurer.

Wenn nicht halb Baden-Württemberg und die Niederlande unterwegs wären, hätten wir die Straße fast für uns alleine. 😉 Der Wind ist frisch und es ist fast kühl, aber zum Radfahren völlig okay.

Wir kämpfen uns gegen den Wind 94 km weit bis nach Palamós.

Welche Aufregung 6 km vor unserem Ziel. Auf der Karte gibt es nur eine Autobahn und sonst keinen Weg.30 km zurück, oh nein! Ich will nicht, also gefragt und versucht und am Ende einen richtig guten Radweg (in Spanien!) gefunden, welche schöne Überraschung, glücklich über diesen Ausgang, beziehen wir um 17 Uhr unsere total nettes Chalet auf dem Campingplatz in Palamos. Zwar keine Küche, aber dafür Handtücher und Bettwäsche, der Schlafsack, darf heute eingewickelt bleiben.

Camping Palamos

Camping Palamos

Wir machen uns ziemlich kaputt auf den Weg in die Stadt und landen in einer Tapa-Bar…….köstlich! Ich hätte nicht gedacht, dass es ihm Norden schon Tapas gibt. Es steht alles fertig auf dem Tresen und man kann nehmen was das Herz oder der Magen begehrt und am Ende wird nach den Holzspießen abgerechnet, die auf dem Teller liegen. Das war richtig prima!

Samstag, 02.06.2012

Wie geplant schaffen wir es nach einem spartanischen Frühstück auf unserer Veranda vor 7 Uhr den Campingplatz zu verlassen.Wir fahren durch Dünen und immer schnurgerade Richtung Süden. Finden noch den einen oder anderen kurzen Radweg und sind immer wieder begeistert von der Landschaft und dem Duft des Südens.

Wir passieren Artischockenfelder, Oleanderhecken und riesige satt grüne Rosmarinbüsche.

In Argeles-Plage machen wir nach gut 30 km Kaffeepause, bis jetzt war es ganz flach…..Nach weiteren 8 km geht es langsam in die Berge. Auf dem Weg nach Banyuls s. mer erreichen wir schließlich 363 Höhenmeter aber wo es bergauf geht , geht es ja auch wieder bergab. Diese 3 Steigungen haben uns heute allerdings eine Menge abverlangt. Und manchen Meter haben wir geschoben.

Noch in Frankreich, in Cerbere, im letzten Ort vor der spanischen Grenze haben wir die 2000 km voll!

Kurz vorher treffen wir auf Chris, einen jungen Engländer, mit einem Budget von 100 Euro auf der Fahrt von Barcelona nach München. Hochachtung, was sind wir luxuriös unterwegs!

Wir schenken ihm spontan unsere ausgediente Frankreichkarte. Zwischendurch treffen wir immer mal wieder Mr. X aus Braunschweig, keine Namen, keine Fotos, auf jeden Fall alleine unterwegs von Braunschweig nach Malle.

Die Grenze Frankreich - Spanien

Die Grenze Frankreich – Spanien

Gegen 17.30 Uhr erreichen wir endlich die Grenze, stehen zwischen den Ländern und genießen die Aussicht, bevor wir uns auf die letzte rasante Abfahrt des Tages begeben (wer bremst ist feige………)

In Port Bou angekommen finden wir nach den bisher anstrengendsten 90 km sofort ein Hostal. Der Besitzer ist ein super Typ, da müssen wir zu Hause im Internet noch mal „nachgoogeln“. Hat viel mit Benjamin Walter zu tun.

Freitag, 01.06.2012

…..man wo bleibt die Zeit, drei Wochen sollen wir schon unterwegs sein?

Wir sind früh wie nie unterwegs, um 7 Uhr ist Abfahrt. Herrlich kühle Luft, ein super Radweg direkt am Strand. Mehr kann man fast nicht haben. Allerdings haben wir 10 km später den Radweg durch die Salinen nicht gefunden und mussten den großen Umweg über Narbonne fahren, also sind wir immer noch in Frankreich.

Weg nach Narbonne

Weg nach Narbonne

Morgen werden wir die 2000 km voll machen und hoffentlich auch in Spanien ankommen.

Das frühe Starten werden wir beibehalten, so haben wir schon 30-40 km auf der Anzeige bevor die Wärme richtig losgeht.

Hier ist es sehr heiß; heute Mittag haben wir eine längere Pause in Sigean gemacht, bei über 30 Grad macht Rad fahren keinen Spaß mehr. Natürlich kommt dann der beliebte Gegenwind auch noch dazu…….

Mittags in Sigean

Mittags in Sigean

Relativ früh erreichen wir Leucate-Plage und ja, wir packen wieder den Schlafsack aus, auf dem Campingplätzen gefällt es uns gut, sie sind ruhig und bisher hatten wir immer eine Veranda zum draußen sitzen und den Abend ausklingen zu lassen.

Also ankommen, große Wäsche und ab ins Meer! Das hat was; daran können wir uns gut gewöhnen; Das Bad im Meer ist die schönste Belohnung für den Tag.

Heute hatten wir 95 km auf unseren Velos.

Danke für eure Kommentare wir sind auch immer gespannt, ob wir „Post“ haben.

Wir wünschen euch allen ein schönes Wochenende!