Donnerstag, 14.06.2012

Sonnenaufgang
Als wir aufwachten, war es noch nicht hell. Mit der Abfahrt mussten wir deshalb bis 7:00 Uhr warten.
Das Hinterrad hielt trotz Speichenbruch, aber Siggis Sattel brach ab. Ein Spannriemen musste ihn dann auf den letzten 40km fest halten…..(ich wollte nicht mit Siggi tauschen, das war nicht gerade ein bequemes Sitzen…..)
Nach 30 km hatten wir in Almunecar die 3000 km voll. Aber -das Beste zum Schluss- der letzte Marathon ging noch ordentlich bergauf und bergab – und das bei strammen Gegenwind. In Nerja machen wir noch eine letzte Pause, hier ist es schon ein bisschen „wie zu Hause“, diese Strecke sind wir schon mit dem Fahrrad abgefahren. Jetzt heisst es alles geniessen, alles aufsaugen und dann langsam auf der Zielgeraden ausrollen.
Um 13:00 Uhr erreichten wir das Ortschild von Caleta und natürlich gibt es ein Foto!

Caleta
Nach genau 3042 km ist die Haustür vom Edificio Isis erreicht.
Wir gönnen uns noch einen letzten Hügel und fahren zu Waltraud und Günter, dort werden wir begeistert empfangen und kurze Zeit später sitzen wir gemütlich beim Bier, hmmm wie das zischt……
Wir hörten Gesang von der Straße. Das waren Eva und Wolfgang, die extra Urlaub genommen hatten, um uns hier mit einem Transparent zu empfangen.

Angekommen!
Als wir nach Hause kommen, wartet eine weitere Überraschung auf uns, an der Wohnungstür hängt ein riesiger gebundener Kranz, ‚Champion‘ stand darauf. Und drinnen standen Sekt und zwei Gläser. Wer das wohl war?
Wir können das alles noch nicht wirklich fassen. Geschafft! Endlich? Oder doch eher, schon da, so einfach geht dass?
Jetzt heißt es hier „ankommen“, auspacken, Morgen nicht wieder einpacken, mal richtig Wäsche waschen 😉 und all die anderen Dinge wieder tun, die zu einem „normalen“ Alltag gehören. Es ist alles ziemlich unwirklich!
Mittwoch, 13.06.2012
Das Wetter wie immer – blauer Himmel, Sonnenschein!
Frühstück mit Meerblick und sogar ein Gläschen Sekt, was soll da noch schief gehen?

Landschaft unter Plastik
Wir radeln durch die plastikverhüllte Landschaft von Almeria, da kann einem alles vergehen, gut dass es bald wieder Tomaten aus LiLos Garten gibt….
Wir sehen eine für unsere Verhältnisse „riesige“ Schlange über die Straße huschen, brrrr……In Almerimar machen wir Pause, jetzt lassen wir das flache Land bald endgültig hinter uns, ab Adra wird es wieder hügelig. Mein Rad hat seit gestern Nachmittag wieder einen Speichenbruch und eine „8“, nicht so schlimm, es läuft, aber keine der drei angefahrenen Werkstätten hatte die passende Speiche, also Prinzip Hoffnung, das es bis zum Ende hält. Hätte ich bloß bei Decathlon in St. Javier ein paar Speichen eingekauft……
Bei einer Pause werde ich von der Besitzerin des Restaurants massiert, was für ein Service! Niedlich ist ihr spanisch zu hören, sie ist Thailänderin, spanisch ohne „r“. Die Adressen sind ausgetauscht und die Fotos sind versprochen.

Massage
Nach dieser Pause sind wir gut motiviert die restlichen 30 km nach Calahonda auch noch zu schaffen. Am Ende ist es aber wieder ziemlich hart, 8 km fast nur bergan, schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf Morgen.
Als wir um 18.30 Uhr Calahonda nach 105 km erreichen, finden wir ein kleines hübsches Hotel direkt am Strand. Wir packen noch einmal alles aus, Brettchen, Korkenzieher, Bundeswehrbesteck, Weinglas und nehmen unser Abendbrot auf unserem Balkon ein.
Irgendwie ist heute alles ein bisschen anders, ein letztes Mal, auspacken, keine große Wäsche. Freude und Wehmut mischen sich. Morgen machen wir die 3000 km noch voll!
Vielen Dank für eure moralische Unterstützung, ihr seid großartig!
Wir melden uns wenn wir in Nerja sind, wir melden unsere Ankunft in Caleta, wir werden einen leckeren Bombay trinken 😉 und im Pool und Meer schwimmen und unsere geschundenen Muskeln verwöhnen. Seid sicher!
Dienstag, 12.06.2012

Naturschutzgebiet Cabo de Gata
Nach 50 km durch den Nationalpark Cabo de Gata, mit Steigungen von bis zu 10 %, erreichen wir wieder flaches Land. In der Bucht von Almeria machen wir noch gut 40 km und landen schließlich nach 97 km in Aguadulce.

Radweg in Almeria
Siggi hat heute seinen Helm verloren. Die Guardia Civil hielt uns an und fragte nach seinem Helm. Als Siggi feststellte, dass er ihn verloren haben müsse, holte der Polizist ihn aus seinem Auto. Was für ein Glück!
Wir rechnen noch mit 2 Tagen Fahrt 🙂
Montag, 11.06.2012
Wir verlassen das grauselige Hotel ohne Frühstück, radeln zur Strandpromenade und frühstücken dort. Es ist jetzt schon warm…..
Nach dem Frühstück geht es eine Weile ganz entspannt auf dem Paseo Maritimo entlang, bis er direkt auf die Straße führt die wir nach Garrucha nehmen müssen.
Und weiter geht es hoch und runter, die Beine sind noch etwas matschig von Gestern. Bei Mojacar erwischen wir noch einmal relativ flache 10 km, dann geht es wieder in die Berge….jetzt ist es richtig heiß und der Wind bläst volle Pulle aus der falschen Richtung.
Wir kommen auf 179 m Höhe, Cabo de Gatar, Nijar. Oben angekommen sehen wir schon unseren auserkorenen Zielort Carboneras greifbar nah, Aber, erst mal die atemberaubende Abfahrt und dann wieder hoch…Heute finden wir ein wunderschönes Hotel mit Pool am Meer.

Hotel Dorado Carboneras
Heute habe ich andalusische Fahnen und Busse der andalusischen Verkehrsgesellschaft gesehne. 🙂 Wir kommen unserem Ziel näher.
Nach der Spitzenleistung von Gestern haben wir heute ganz bewusst einen „Kurztagestripp“ 😉 von 65,4 km eingelegt. Morgen geht es up and down weiter.
Ach übrigens, den Hintern geht es jetzt gut, irgend wann kam der Tag und wir haben sie nicht mehr gespürt……..das ist also ok. Aber Berge mag ich weder beim Laufen noch beim Radeln und auch wenn der kleinste Gang es möglich macht überall hoch zu kommen, macht es einen jeden Tag auf neue ganz schön kaputt. Unsere Oberschenkel fühlen sich ein wenig aufgeblasen an und die Hände, machen uns beiden etwas Probleme, wahrscheinlich die ungewohnte Belastung. Aber es geht! Alles nicht schlimm.
Sonntag, 10.06.2012
Höhenmeter ohne Ende, Buckelpiste.
Kurzer Blick auf das total ruhige Mar Menor, dann starten wir auf einem Radweg! durchs flache Land. An Artischockenfeldern und ganz viel wildem Spargel vorbei.
Von La Union aus wird es langsam bergiger, wir stehen auf der Bergkuppe und vor uns liegt Cartagena, in seinem ganzen Ausmaß, wow, und da müssen wir durch…..

Hafen von Cartagena
Wir gelangen schnell zum Hafen und sind begeistert hier ist die Symbiose zwischen Alt und Moderne gelungen. Unter anderem ist im Hafen eine riesige Holzterrasse, einfach schön.
Wir suchen den Weg durch die Sierra ans Meer, fast 20 km trampeln wir bergan bis auf 322 m Höhe, heiß ist es auch. Trocken ist es hier, fast kein Grün zu sehen, jetzt schön alles völlig verdorrt.
Wie immer folgt die rasante Abfahrt, die so steil ist, dass man sie eben auch nicht mehr wirklich genießen kann und einen grandiosen Blick auf die Landschaft vor uns gibt es natürlich auch wieder.

Abfahrt nach Isla Plana
In Isla Plana angekommen sitzen wir an einem schattigen Plätzchen in einem Selbstbedienungsrestaurant mit einem Blick auf eine entzückende Kirche direkt am Strand. Wir versuchen weiter am Strand zu fahren und erwischen eine Buckelpiste über 10 km. Hat uns aber auch nichts geholfen. Am Ende des Tages mussten wir noch mal auf 395 m hoch., was für eine Schinderei, also aussichtsreiche Höhenstrecken, sind eben doch eher etwas für Motorisierte.

Totale Stille – Abfahrt nach Aguilas
Letztendlich erreichen wir gegen 20.45 Uhr Aguilas und finden eine Unterkunft im Hotel Madrid, nach 118 km! Absolute Höchstleistung. Das Hotel auch:-(
Soviel Kilometer in der Hitze waren einfach etwas zu viel. Insgesamt haben wir jetzt 2699 km.
Ach übrigens, wie war das doch immer mit Qualität, heute haben sich die Druckknöpfe an Siggis Lenkertasche verabschiedet, die Tasche hat den Tripp also nicht überstanden, dabei war sie ganz neu. 🙁
Samstag, 09.06.2012
Wenn der Tag schon so beginnt…
Von den Hostalbesitzern ist um 8:30 Uhr nichts zu sehen, also Abfahrt und Frühstück in der nächsten Bar.
Dann fahren wir kilometerweit durch Salinen und sehen viele Flamingos, die Strecke ist flach, es existiert sogar ein superlanger neuer Radweg. Wir sind bester Dinge.

Salinen bei Santa Pola
Aber dann: Erste Panne! Mein Rad hat einen Speichenbruch. Ich kann weiter fahren, aber eine Werkstatt tut Not. Wir machen rast um die Mittagszeit. Neben uns am Tisch sitzen zwei sportlich aussehende junge Männer, also gefragt, sie hatten einen Tipp, ein anderer Gast, drei Tische weiter hatte unser Gespräch verfolgt und einen noch besseren Tipp. Bei Decathlon werden auch Räder repariert. Unser Glück: dieser Decathlon Laden, lag nach 8k m genau an unserer Strecke. Nach dem wir noch nett mit unseren Tischnachbarn übers Laufen ( einer von ihnen läuft jedes Jahr den Marathon in Düsseldorf) und Radfahren gefachsimpelt hatten, riefen sie spontan bei dem Laden an und klärten das mit der Reparatur ab, sehr nett! Nachdem wir in San Javier angekommen waren, dauerte es eine gute Stunde und alles war wieder in bester Ordnung.
Was für ein Glück im Unglück!
Inzwischen ist es aber doch spät geworden und wir fahren noch bis zum Mar Menor nach Los Alzares. Der Kilometerzähler zeigt heute 76km.
Freitag, 08.06.2012
Berge und Bettenburgen. Heute war es richtig heiß. Wir fahren auf einer kurvigen, engen und hügeligen Straße nach Calpe. Ich erkenne nichts wieder. Dann geht es bergauf und bergab auf der N332. Wir gelangen nach Benidorm. Eine Skyline von Bettenburgen. Dieser Ort erfüllt jedes Klischee eines Spanienurlaubs. Bloß weg hier.

Bettenburgen Benidorm

Sandkunst in Benidorm
Wir kämpfen uns bis kurz von Alicante weiter und stärken uns vor der Durchfahrt durch die Stadt. Schließlich landen wir nach 105 km in Santa Pola in einem netten Hostel.
Wir sind müde – heute passiert gar nichts mehr.